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Zur Geschichte des Segelschulschiffes "Greif"

 


Das Segelschulschiff "Greif" wurde 1951 gebaut und in Dienst gestellt anlässlich des 75. Geburtstages des Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck. Seinen Namen trug das Schiff bis 1991. Der Präsident schenkte das Schiff der Jugend mit folgenden Worten:

"Wir brauchen für die Hochseeschifffahrt gut ausgebildete und qualifizierte Seeleute. Sie sollen, wenn sie über die Meere in die Welt hinausfahren, durch ihr fachliches Können und ihre Haltung den Völkern zeigen, dass in der DDR eine neue Jugend herangewachsen ist, eine Jugend, die durchdrungen ist vom Geiste des Friedens und der Völkerverständigung."

Chronologie

Klickt einfach auf die Jahreszahlen...

    • Aufruf an die Werktätigen der DDR anlässlich des 75. Geburtstages des ersten Präsidenten der DDR, Geschenke und Verpflichtungen zu übergeben
    • Initiative der Werftarbeiter in Warenmünde und Stralsund: Sie wollen eine Yacht für den Präsidenten bauen und bitten die Bevölkerung um Spenden. Mehr als 1 Million Mark kommen zusammen.
    • Wilhelm Schröder, Konstrukteur an der Warnowwerft Warnemünde, projektiert eine Schonerbrigg
    • 3. Januar 1951 Übergabe des Projektentwurfes an den Präsidenten
    • 27. Februar 1951 Kiellegung des Stahlschiffes in Rostock - Warnemünde
    • 26. Mai 1951 Stapellauf des ersten Stahlschiffsneubau der DDR
      Wilhelm Pieck schenkt dieses Segelschulschiff der Jugend
    • Schiffstaufe auf den Namen "WILHELM PIECK"
    • 2. August 1951 Jungfernfahrt in Anwesenheit von Wilhelm Pieck
    • erster Kapitän: Ernst Weitendorf
     stapellauf
    • Das Schiff wird am 1. September 1952  der neu gegründeten Gesellschaft für Sport und Technik (GST) unterstellt
    • erste Auslandreise nach Gdynia (Polen)
    • Umbauarbeiten: Die Kombüse wird vom Zwischendeck ins Deckhaus verlegt
    • Das Schiff wechselt von Rostock-Warnemünde in den neuen Heimathafen Greifswald-Wieck

    heimathafen greifswald-wieck
    • Kapitän Arthur Friedrich übernimmt das Kommando
    • im Buch "Vor großer Fahrt" beschreibt der Schriftsteller Benno Pludra die Liebe eines Kursanten zu einem Mädchen mit vielen Details des Bordlebens, ohne den Namen des Schiffes "WILHELM PIECK" konkret zu erwähnen
    • 15. Mai -21. August 1957
      Das Schiff absolviert seine bisher längste Reise, über 8000 sm über den Nord-Ostsee-Kanal und den Ärmelkanal in die Biskaya, ins Mittelmeer und ins Schwarze Meer
    • In dem Buch "Segel in Sonne und Sturm" von Götz R. Richter, wird ausführlich über die 99 Tage dauernde Reise geschrieben
    • Häfen in Polen und der Sowjetunion werden angelaufen, um diese Staaten zur erstmalig stattfindenden Ostseewoche nach Rostock einzuladen
    • Kapitän Gerhard Samuel übernimmt das Kommando
    4kapitaene

    Gerhard Samuel, zweiter von links

    • Der 1. Offizier Horst Rickert übernimmt vertretungsweise für acht Monate das Kommando
    4kapitaene

    Horst Rickert, zweiter von rechts

    • Der Rumpf des Schiffes wird im Juni schwarz gestrichen, nach Protesten erfolgt noch im August desselben Jahres die Rückkehr zum weißen Farbanstrich

    greif schwarzer rumpf 2 greif schwarzer rumpf 1
    greif schwarzer rumpf 3
    • Kapitän Karl-Heinz Schaefer übernimmt das Kommando
    • Das Schiff wird in die Denkmalliste des Bezirkes Rostock aufgenommen und befindet sich bis heute in der  Denkmalliste von Mecklenburg / Vorpommern
    • Die Kohleheizung in der Kombüse wird durch einen Elektroherd ersetzt
    • Größerer Umbau, die "Wilhelm Pieck" bekommt eine geschlossene Brücke
    • Kapitän Helmut Stolle übernimmt das Kommando
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    Helmut Stolle, rechts im Bild

    • Das Schiff nimmt an der "Operation Sail 74" von Kopenhagen nach Gdynia teil und erreicht unter den Großseglern einen fünften Platz

    grosssegel

    • Überlegungen die "WILHELM PIECK" durch einen Neubau zu ersetzen, werden nicht weiter verfolgt
    • Tausch der Beiboote gegen Flöße
    • Die Kombüse wird umgebaut
    • Der Aufbau mittschiffs wird erneuert
    • Der vordere Niedergang wird vergrößert und seefest gebaut
    • Im Auftrag des DDR-Fernsehens werden an Bord Teile des Films "Martin XIII." gedreht (Uraufführung am 12. April 1980)
    • Bis zum 30. Jubiläum hat das Schiff 87.000 Seemeilen zurückgelegt. In dieser Zeit wurden an Bord 4000 Kursanten ausgebildet.
    • Am häufigsten wurden bis dahin Häfen in der Sowjetunion angelaufen, davon 16 Mal Leningrad
    • umfangreicher Werftaufenthalt in der Rostocker Neptunwerft

    ehrenwimpel vornehrenwimpel hinten
    • "DAS SCHIFF BLIWT HIER"
    • Es droht der Verkauf der "WILHELM PIECK" und der "ARTHUR BECKER"
    • Eine Initiative der Hansestadt Greifswald unter dem Motto das Schiff bliwt hier, angeführt von damaligen Senator für Jugend, Kultur, Bildung , Sport und Umwelt Dr. Jürgen Drenckhan und großer Unterstützung durch den PAMIR Tauchschiffes PASSAT-Vereinigung, Lübeck überzeugt die Treuhand, das Schiff an die Stadt Greifswald zu übergeben.
    • erste Touristikfahrten zur Kieler Woche nach Lübeck-Travemünde und nach Bornholm
    • Gründung des "Fördervereins Rahsegeln Ostsee e.V."
    • Den Tag der Einheit erlebte die Besatzung auf See. In der Tromper Wieck wurde der feierliche Flaggenwechsel vollzogen.
    • Das Schiff bleibt in Greifswald
    • In Berlin wird eine Vereinbarung zwischen der Treuhandanstalt und der Hansestadt Greifswald abgeschlossen. Damit geht das Segelschulschiff in das Eigentum der Hansestadt Greifswald über. Das gesamte Vermögen der Marineschule wird für gemeinnützige Zwecke übergeben
    • Die Greifswalder Bürgerschaft beschließt die Umbenennung  des Schiffes in "GREIF"
    • Gründung des "Fördervereins Rahsegler Greif e.V." in Greifswald
    • Das Schiff geht zum Umbau in die Werft. Schiffskörper und Rigg bleiben unverändert . Das Schiff erhält einen neuen Innenausbau. Es wird mit Technik und Sicherheitsaussrüstung  nach höchstem internationalen Stand ausgestattet.
    • Nach dem Umbau erhält die "GREIF" den Fahrterlaubnisschein der See-Berufsgenossenschaft und die höchste Klasse des Germanischen Loyd 100 A5 Segelschiff
    • Zur ersten maritimen Großveranstaltung, den Hanseatischen Hafentagen, im Juli 1991 in Rostock führte die Schonerbrigg "GREIF" die internationale Flotte der Segelschiffe an
    • seither ununterbrochene Teilnahme an alle folgenden Hanse Sail`s
    • Das "See- und Tauchsportzentrum" (STZ) wird als Eigenbetrieb der Stadt Greifswald gegründet und übernimmt die Verantwortung für das Betreiben der "GREIF"
    • 17.Januar: Auflösung des in Rostock gegründeten "Fördervereins Rahsegeln Ostsee e.V."
    • Gewinn einer Wettfahrt anlässlich der "Hanseatischen Hafentage"
    • Gewinn  der Regatta "Sail Sassnitz"
    • Gewinn der anlässlich der Hanse Sail durchgeführten "Hiorten-Regatta" von Karlskrona (Schweden) nach  Rostock
    • hunscha grDer 1. Offizier Roland Hunscha führt für sechs Monate vertretungsweise das Schiff
    • fusch grKapitän Helmut Stolle geht nach 27 Dienstjahren von Bord in den Ruhestand
    • Kommandoübergabe an Kapitän Wolfgang Fusch
    • Die "GREIF" wird einer Verjüngungskur unterzogen. Sie erhält einen Unterwasseranstrich und ein neues Oberdeck. Reparaturen an der Ankerkette und der Welle am Ruderblatt werden ausgeführt. Die Arbeiten dauern bis 2001 an.
    • Poststempel
    • erstes Segelschiff mit eigener Schiffspoststelle
    • Der Schweriner Werner Lembke widmet der "GREIF" ein eigenes Lied
    • Am 2. August findet in Greifswald- Wieck ein Pierfest anlässlich des
      50. Jubiläums des Segelschiffes GREIF, ex. WILHELM PIECK statt.
    • Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnet an Bord der "GREIF" die Hanse Sail in Rostock
    • Zum 50. Jubiläum erscheint das Buch "Schonerbrigg Greif ex Wilhelm Pieck" von Robert Rosentreter
    poststempel 
    • Am 13.Juni 2002 wurde im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in der lutherischen Kirche
      St.- Otto - von Bamberg das Segelschulschiff "Greif" als Votivschiff installiert. Gebaut wurde das Modell von Modellbauer Gröning aus Osnabrück.
    • Neben dem Kapitän der Greif (Wolfgang Fusch), der ein Grußwort sprach, nahmen noch der 1. Offizier (Roland Hunscha), unsere Verwaltungsleiterin (Marlies Kummer) und etliche Mitglieder des Fördervereines teil.
    • Die Predigt hielt HfK Hartmut Bartmuß
    votivschiff
    • Die "GREIF" knüpft den Kontakt zum Olympiabüro Rostock / Leipzig. Das Schiff will als Botschafter für die Bewerberstädte um Olympia 2012 die Ostseehäfen anlaufen.
    • zum Auftakeln am 27. März setzt die "Greif" das neue Segel mit dem Kombilogo "Hanse Sail / Olympclub"
    • Am 7. August gewinnt die "Greif" zum 5. Mal den Pokal bei der traditionellen Regatta in der Klasse der Rahsegler
    • Die "GREIF" segelt im Rahmen der internationalen Sail Training Association Germany nach dem Motto "Die See ist unsere Brücke als Botschafter der Hansestadt Greifswald" . Durch das gemeinsame Erlebnis der See und die Begegnung in den Häfen soll bei vorrangig segelbegeisterten Jugendlichen, aber auch bei allen anderen Segelfreunden international das Verständnis für andere Nationen geweckt und vermittelt werden.
      Toleranz, Verantwortungsbewußtsein für sich und andere, Mut und vor allem Einsatzbereitschaft aller Mitsegler sind notwendig, um jeden Törn für alle an Bord zum Erlebnis werden zu lassen.
    kombilogo
    • Die Briefmarkenserie "Für die Jugend – Greif" erschein am 02.06.2005 und wird im Folgejahr zur schönsten Briefmarke des Jahres 2005 gewählt.

    briefmarkenserie
    • im März wird die neue Großstenge getakelt
    • 16.07.2006: das Spektakel "Ryck in Flammen" zum ersten Mal mit dem Schiff im Rahmen des Fischerfestes
    • 02.08. mit Freunden und Unterstützern wurde der 55.Jahrestag der Indienststellung gefeiert
    ryck in flammen
    • im März  Abschluß der Modernisierung der Kombüse
    • vorläufig bislang letzte Teilnahme an der "Kieler Woche"
    • Das Buch "Segelschulschiff Wilhelm Pieck" von Kapitän a.D. Horst Rickert erscheint
    • Junge Studenten der Universität Greifswald, die ihren Hauptwohnsitz nach Greifswald verlegten, werden erstmalig von der Stadt zu einem Tagestörn eingeladen. Aus diesem Angebot entstand eine bis heute andauernde Tradition.

    • Teilnahme an der "Bremerhaven Sail"
    • Gewinn einer Wettfahrt mit dem Bramsegelschoner "SANTA BARBARA" von Rostock nach Gedser (Dänemark) und zurück

    greif und santa barbara
    • Teilnahme an den Feierlichkeiten anlässlich des 100. Geburtstages der Viermastbark "PASSAT" in Travemünde
    • Im August wird das 60. Jubiläum der Indienststellung der "GREIF" mit zahlreichen Gästen, darunter u.a. der damals 16jährigen Taufpatin des Schiffes, gefeiert ( hier gibt es ein paar Bilder dazu...)
    100 jahre passat 1 100 jahre passat 2
    • An Bord erfolgt die erste kirchliche Trauung
    • Durch die BG Verkehr, Organisationseinheit "Dienststelle Schiffssicherheit" wird die Einstufung als Segelschulschiff bestätigt
    • In Zusammenarbeit mit dem "Deutschen Seesportverband e.V." findet ein erster Ausbildungstörn mit 27 Jugendlichen des Verbandes aus verschiedenen Bundesländern statt.