gears 128

Das Bordleben auf einem Segelschulschiff

...füge Dich in ein Team ein und werde Teil eines Ganzen.


Jeder der das 16. Lebensjahr vollendet hat, kann bei uns mitsegeln. Ansprechparter in allen Fällen des Mitsegelns ist Frau Marlies Kummer.
Mit der Einschiffung an Bord wird der Angemeldete Mitglied der Besatzung als Mitsegler. Er verpflichtet sich, im Rahmen seiner Möglichkeiten, an den Arbeiten an Bord, wie Segelmanöver, See- und Hafenwache, Ruder, Ausguck, Backschaft und Reinschiff teilzunehmen und die Sicherheitsvorschriften an Bord, sowie Zoll- und Polizeivorschriften in den Aufenthaltshäfen einzuhalten.


Leben an Bord


Es ist nur ein kleiner Abriss über das Zusammenspiel der Stammbesatzung, der Hand für Koje Segler und unseren Mitseglern. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind über jeden Hinweis dankbar, der zur Verbesserung des Zusammenlebens an Bord beiträgt.

    • edit orange 128Allen Anordnungen der Schiffsführung oder derer Stellvertreter ist unbedingt Folge zu leisten
    • In unklaren Situationen sofort ein Mitglied der Besatzung verständigen.
    • Alle Sicherheitsregeln sind stets einzuhalten.

    • Gegenseitige Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft untereinander sind geboten.
    • Sauberkeit, Hygiene und Ordnung der persönlichen Sachen sind besonders zu beachten
    • Trinkwasser nur sparsam verwenden.

    • Alle Wachzeiten, sowie sonstige Termine sind pünktlich einzuhalten.
    • Im Hafen sollten sich die Landgänger beim Wachhabenden ab- und wieder anmelden.
  • tagesablauf1

    Die Besatzung des Segelschulschiffes Greif wird unterteilt  in Wache Steuerbord (Steuerbord= Stb.) und Wache Backbord (Backbord = Bb.). Zur Steuerbordwache gehören alle, deren Hängematte / Koje / Kammer sich auf der Steuerbordseite des Schiffes befindet. Alle anderen Besatzungsmitglieder mit Schlafplätzen auf der Backbordseite gehören zur Backbordwache.


    ungerader Tag, z.B. 11.09.2016


    00:00 - 04:00 Uhr Wache Stb. tagesablauf2
    04:00 Uhr Wachwechsel
    04:00 - 08:00 Uhr Wache Bb.
    07:30 – 08:00 Uhr Frühstück Wache Stb.
    08:00 Uhr Wachwechsel
    08:00 – 08:30 Uhr Frühstück Wache Bb.
    08:00 - 12:00 Uhr Wache Stb.
    10:00 Uhr 2. Frühstück
    11:30 – 12:00 Uhr Mittagessen Wache Bb.
    12:00 Uhr Wachwechsel
    12:00 – 12:30 Uhr Mittagessen Wache Stb.
    12:00 - 18:00 Uhr Wache Bb.
    15:00 Uhr Kaffeezeit nach Bedarf
    17:30 – 18:00 Uhr Abendbrot Wache Stb.
    18:00 Uhr Wachwechsel
    18:00 – 18:30 Uhr Abendbrot Wache Bb.
    18:00 - 24:00 Uhr Wache Stb.
    24:00 Uhr Wachwechsel / Mittelwächter

    gerader Tag, z.B. 12.09.2016


    00:00 - 04:00 Uhr Wache Bb.
    04:00 Uhr Wachwechsel
    04:00 - 08:00 Uhr Wache Stb.
      usw.

    Der Tagesablauf im Hafen wird den Gegebenheiten angepasst und durch Aushang bekannt gegeben.

  • bordleben

    Das Leben an Bord eines Schiffes, insbesondere eines Segelschiffes, unterscheidet sich von dem an Land. Grundsätzlich ergeben sich die Unterschiede aus dem engen Zusammenleben der Crew an Bord, sowie der Tatsache, dass sich das Schiff in Fahrt befindet. Hieraus folgen bestimmte Aufgaben für die Mannschaft. Es bestehen Regeln für den Tagesablauf und für die unterschiedlichen Aufgaben, die jedes Crewmitglied übernimmt. Nicht zuletzt gilt es Sicherheitsregeln einzuhalten.
    Das Sprichwort „Wir sitzen alle in einem Boot" ist an Bord Alltag. Auch die Mitsegler gehören während der Reise zur Crew. Letztlich ist ein Segelschiff immer so gut, wie seine Mannschaft.
    Je mehr Mitsegler mitarbeiten. desto mehr Segel können gesetzt werden. Wenn viele Hände „am gleichen Tampen" ziehen, verlaufen die Segelmanöver zügiger. Der Erfolg der gemeinsamen Arbeit ist sogleich zu erkennen. Dieses gemeinsame Tun, ein Hauch von Abenteuer und das Erleben einer funktionierenden Gemeinschaft, lassen einen Törn mit der „GREIF“ zu einem unvergesslichen Erlebniswerden.

    An Bord ist den Anweisungen des Kapitäns oder seiner Stellvertreter Folge zu leisten.

    Grobe Verstöße oder anstößiges Verhalten können zum Ausschluss von der Reise ohne Rückzahlung der Törngebühr führen!

  • Das Glasen stammt aus der Zeit, als nicht jeder Seefahrer eine Uhr hatte.
    Alle halbe Stunde wurde das durchgelaufene Glas einer Sanduhr wieder umgedreht und mit der Schiffsglocke ein Signal gegeben. Pro halbe Stunde gab es einen Schlag, die Glockenschläge addierten sich, bis nach vier Stunden, beim Wachwechsel, vier Doppelschläge geglast wurden. Der Ablauf wiederholt sich alle vier Stunden.

    Nach dem Glasen erfolgt außerdem der Ruf:

    "Auf der Back ist alles wohl..."

    in der Nacht ergänzt durch:

    "...und alle Lichter brennen."

    glasen

    Es wird folgendermaßen geglast:

    00:00 Uhr (Wachwechsel) 4 Doppelschläge

    00:30 Uhr 1 Schlag
    01:00 Uhr 1 Doppelschlag
    01:30 Uhr 1 Doppelschlag und 1 Schlag
    02:00 Uhr 2 Doppelschläge
    02:30 Uhr 2 Doppelschläge und 1 Schlag
    03:00 Uhr 3 Doppelschläge
    03:30 Uhr 3 Doppelschläge und 1 Schlag

    04:00 Uhr (Wachwechsel) 4 Doppelschläge 
  • ausguck

    Nach Plan übernimmt für jeweils eine Stunde ein Mitsegler, bei schwerem Wetter zwei Mitsegler Ausguck. Während der Revierfahrt geht ein HfK Ausguck. Der Ausguck steht auf der Back, dem erhöhten vorderen Teil des Schiffes. Die Funktion  des Ausgucks dient der Sicherheit des Schiffes, er darf seinen Posten ohne Ablösung nicht verlassen. Alle in Sicht kommenden Fahrzeuge, Gegenstände und Erscheinungen müssen dem Steuermann auf der Brücke gemeldet werden. Bei unsichtigem Wetter, zum Beispiel Nebel, müssen außerdem alle gehörten Signale gemeldet werden. Die Meldungen erfolgen mittels einer Wechselsprechanlage, in die jeder Mitsegler eingewiesen wird.
    Der Ausguck meldet sich zu Beginn seiner Wache auf der Brücke an und löst dann erst den bisherigen Ausguck ab. Bereits gemeldete Objekte werden dem neuen Ausguck genannt. Der abgelöste Ausguck meldet sich ebenfalls auf der Brücke ab.

    Inhalt einer Beobachtungsmeldung:

    • Art der Beobachtung: Fahrzeug / Gegenstand / Erscheinung
    • Position der Beobachtung in Bezug auf das Schiff, d.h. genannt werden die Schiffsseite (Steuerbord oder Backbord) und eine
      Gradzahl von 0 Grad (recht voraus) bis 180 Grad (recht achteraus)
    Beispiel:

    "Ausguck an Brücke."

    "Brücke hört."

    "Segelfahrzeug, Backbord 70 Grad."

    "Segelfahrzeug, Backbord 70 Grad. Danke!"


    Der Ausguck ist außerdem für das pünktliche Glasen mit der Schiffsglocke verantwortlich.

  • rudergaenger

    Nach bekannt gegebenem Plan steuert im freien Seeraum abwechselnd für jeweils eine Stunde ein Mitsegler das Schiff. In Fahrwassern und bei der Ansteuerung von Häfen ("Revierfahrt") steuert ein Mitglied der Stammbesatzung.

    • Der neue Rudergänger meldet sich rechzeitig auf der Brücke.
    • Er erkundigt sich beim Rudergänger nach dem zu steuernden Kurs und der Ruderlage.
    • Mit diesen Informationen meldet er sich beim Steuermann an.
    • Der Steuermann schickt den neuen Rudergänger zur Ablösung des bisherigen Rudergängers.
    • Der bisherige Rudergänger übergibt das Ruder mit Nennung des zu
      steuernden Kurses. Zum Beispiel:

      "Ruder mit 50 Grad übergeben."

    • Der neue Rudergänger übernimmt das Ruder mit den Worten:

      "Ruder mit 50 Grad übernommen."

    • Der alte Rudergänger meldet sich mit Nennung des übergebenen Kurses beim Steuermann ab.
    • Die Anweisung des Steuermannes für einen neuen Kurs muss laut und deutlich wiederholt werden und das Schiff auf den zu steuernden Kurs gebracht werden.
    • Wenn der neue Kurs anliegt, meldet dies der Rudergänger: z.B.

      "70 Grad liegen an."

      Der Steuermann quittiert mit der Antwort:

      "Recht so!"

    Jeder Rudergänger wird von einem "HfK" als Ruderbeisteher unterstützt, der ihn in die Funktion des Rudergehens und das Steuern nach Kompass einweist.

  • ankerwache

    Wenn das Schiff vor Anker liegt, muss ein Teil der Mannschaft auf Wache sein. Die Ankerwache setzt sich aus einem Steuermann, einem weiteren Mitglied der Stammbesatzung und einem Mitsegler zusammen. Derjenige Mitsegler, der im Wachplan für "Ausguck" eingeteilt ist, übernimmt nun die Ankerwache und meldet sich vor Wachbeginn auf der Brücke an.

    Aufgaben der Ankerwache:

    • Bei Nacht Kontrolle, ob das Ankerlicht brennt.
    • Regelmäßige Kontrolle der Ankerkette. (Ruckartige Stöße der Kette deuten auf das Schleifen des Ankers über Grund hin.)
    • Regelmäßige Überprüfung des außenbords hängenden Lotes.(Das Lot ist auf Grund gefiert. Wenn sich durch leichtes Anheben des Gewichtes der Grund nicht mehr spüren lässt oder auch sehr viel Leine geholt werden muss, deutet dies darauf hin, dass der Anker nicht mehr hält.)
    • Gegebenenfalls Nebelschallsignal geben.
    • Die Annäherung von Fahrzeugen melden.
    • Alle ungewöhnlichen Veränderungen dem Steuermann melden.

    Der Mitsegler, der Ankerwache hat, weckt rechtzeitig seinen Nachfolger.  Die Ablösung durch die neue Ankerwache erfolgt grundsätzlich an Deck!

  • backschaft

    Backschaft ist der Küchendienst an Bord. Der Backschaftsplan wird zu Beginn der Reise aufgestellt.
    Die Backschafter gehen dem Koch zur Hand.
    Sie bereiten die Messe für die Mahlzeiten vor. Sie backen auf und ab und sorgen während der Mahlzeiten für "Nachschub". Anschließend erfolgt das Abwaschen und die Messe wird aufgeklart.







    Eine freundliche und gut organisierte Backschaft trägt zur guten Stimmung der gesamten Mannschaft bei!

  • Zu Beginn des Törns werden die Mitsegler in zwei Wachen eingeteilt: in die Steuerbord-Wache (Stb) und  die Backbord-Wache (Bb). Die Wachzeiten sind nach Seefahrtstradition geregelt und werden in einem Plan festgelegt. Jeweils ein Steuermann leitet die Wache und führt zu dieser Zeit das Schiff. Je ein Bootsmann leitet die Wache an Deck und wird von den "HfK's" unterstützt. Die gesamte Wache hat sich während der Wachzeit an Deck aufzuhalten. Zusätzlich übernimmt jeder Mitsegler abwechselnd einige Aufgaben (Rudergänger, Ausguck / Ankerwache, Backschaft), die ebenfalls zu Beginn der Reise in einem Plan festgelegt werden.

    wachwechsel

    Wachzeiten:

    00 – 04 Wache Wachzeit von 00:00 – 04:00 Uhr
    04 – 08 Wache Wachzeit von 04:00 – 08:00 Uhr
    08 – 12 Wache Wachzeit von 08:00 – 12:00 Uhr
    12 – 18 Wache Wachzeit von 12:00 – 18:00 Uhr
    18 – 24 Wache Wachzeit von 18:00 – 24:00 Uhr

    Regeln für den Wachdienst:

    • Das Ablösen der Wache hat pünktlich zu den angegebenen Zeiten zu erfolgen.
    • 20 Minuten vor Wachwechsel weckt der Wachbootsmann die Freiwache.
    • Vor der Wachablösung wird mit der Bootsmannspfeife ein Signal gegeben.
    • 5 Minuten vor Wachablösung versammeln sich beide Wachen auf ihrer Schiffseite am Fockmast. Die Bootsleute überprüfen die Vollzähligkeit. Ausguck und Rudergänger werden abgelöst.
    • Der neue Wachbootsmann ruft:

      "Roar un Utkiek sind verfangen!"  *

    • Die abgelöste Wache ruft:

      "Goode Wach!"

      und die aufgezogene Wache antwortet:

      "Goode Ruh!"





    *(Rudergänger und Ausguck sind abgelöst)
  • takellage1

    Das Besondere an einem Rahsegler ist unter anderem, dass zum Losmachen und Packen der Rahsegel und der oberen Schratsegel Crewmitglieder in die Takelage steigen, "aufentern", müssen. Um die Sicherheit derjenigen, die in der Takelage arbeiten, aber auch derjenigen unten an Deck zu gewährleisten, gibt es Sicherheitsregeln, die unbedingt befolgt werden müssen.

    takellage2
    • Nie ohne Erlaubnis in die Takelage gehen!
    • In der Takelage stets den Sicherheitsgurt tragen und benutzen!
    • Nur mit festem Schuhwerk in die Takelage gehen! (Bergstiefel oder Arbeitschuhe sind gut geeignet.)
    • Stets im Luvwant aufentern!
    • Beim Entern fassen die Hände nur an die Wanten, nie an die Webeleinen!
    • Nie unter Alkoholeinfluss in die Takelage steigen!